Workshops "Datenschutz und Datenverantwortung" werden ausgeweitet

Der Landesbeauftragte für den Datenschutz, Edgar Wagner, Justizstaatssekretärin Beate Reich und Bildungsstaatssekretär Hans Beckmann stellten heute in Mainz die geplante Ausweitung der vom Datenschutzbeauftragten organisierten Workshops „Datenschutz und Datenverantwortung“ vor.

Bereits seit Oktober 2010 führt der Landesbeauftragte für Datenschutz vierstündige Workshops zum Datenschutz im Internet für Schülerinnen und Schüler von weiterführenden Schulen durch. Bislang konnten mit dem Projekt fast 10.000 Schülerinnen und Schüler erreicht werden. Das Projekt wurde bisher aus Mitteln des Landesbeauftragten und des Bildungsministeriums finanziert, erfreulicherweise werden die Workshops künftig ganz wesentlich auch vom Ministerium der Justiz und für Verbraucherschutz mitfinanziert, was auch mit einer Ausweitung des Projekts verbunden sein wird: Die Workshops sollen demnächst auch im Jugendstrafvollzug und in den Häusern des Jugendrechts angeboten werden. Im Bildungsbereich ist außerdem vorgesehen, die Honorarkräfte im Rahmen von Elternabenden und mittelfristig auch im Grundschulbereich zum Einsatz kommen zu lassen.

Der Landesdatenschutzbeauftragte Wagner wies darauf hin, dass die neuen Aufgabenfelder nur mit mehr Personal bewältigt werden können. Daher sei die Einstellung und Ausbildung weiterer Kräfte erforderlich. Mit der heute abgeschlossenen Qualifizierungsmaßnahme stünden für die Workshops nunmehr 20 Referentinnen und Referenten zur Verfügung. „Das Workshop-Programm ist so erfolgreich, dass es“ - so Wagner weiter - „mittlerweile auf Interesse außerhalb von Rheinland-Pfalz gestoßen ist, in anderen Bundesländern, aber auch in der Schweiz, deren Datenschutzbeauftragte sich im Juni in Mainz über Konzept und Durchführung der Workshops informieren werden.“

„Natürlich sind auch jugendliche Straftäter für die Thematik Datenschutz und Datenverantwortung eine wichtige Zielgruppe. Eine Abfrage bei den Jugendstrafanstalten Wittlich und Schifferstadt, der Justizvollzugsanstalt Zweibrücken und der Jugendarrestanstalt Worms ergab, dass es einen Bedarf für solche Workshops gibt“, unterstrich Staatssekretärin Beate Reich . Bildungsstaatsekretär Beckmann erklärte: „Bei mehr als 300 Workshops vor allem in der Sekundarstufe I von über 100 Schulen hat sich seit 2010 gezeigt, wie wertvoll die speziellen Angebote zum Thema Datenschutz als Ergänzung im Bereich der Medienerziehung in Schulen sind. Die Nachfrage ist groß und die Workshops ergänzen hervorragend andere Maßnahmen wie die Ausbildung von Schülerinnen und Schülern zu Medienscouts. Da zudem die ,Internet-User‘ tendenziell immer jünger werden, ist die Erweiterung des Kreises medienpädagogischer Referentinnen und Referenten ebenso zu begrüßen wie die beabsichtigte Ausweitung der Workshop-Angebote auf die Grundschulen.“

Die Workshops im Justizvollzug werden nach Darstellung von Staatssekretärin Reich nach Möglichkeit in bestehende Bildungsmaßnahmen wie Schulkurse und soziale Trainings integriert. Denkbar seien aber auch selbstständige Workshops, damit möglichst viele Jugendliche erreicht werden könnten. Darüber hinaus biete man auch Workshops in den Häusern des Jugendrechts an. „Hinsichtlich der Durchführung von Workshops in den Häusern des Jugendrechts fanden bereits erste Gespräch mit den Verantwortlichen des Hauses des Jugendrechts in Mainz statt. Alle Beteiligten zeigten großes Interesse an den Veranstaltungen. Dabei kristallisierten sich zwei Schwerpunkte heraus. Einerseits können Jugendliche erreicht werden, die bereits durch Straftaten mit medialem Hintergrund aufgefallen sind, aber auch Täter, deren eigentliche strafbare Handlung keinen medialen Bezug hatte, bei denen die Vorbereitung der Tat aber mittels Nutzung von Medien erfolgte. Andererseits wird auch ein präventiver Aspekt Bestandteil der Workshops sein“. erklärte Beate Reich.