Sprachliche Bildung und Sprachförderung in den Alltag integrieren

„Eine gelingende sprachliche Bildung setzt schon bei unseren Jüngsten in der Kita und am Übergang zur Grundschule an. Damit legen wir Fundamente für den Bildungserfolg und schaffen bessere Chancen für alle Kinder“, erklärte Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig bei der Fachtagung „Hast Du Worte…Mit Kindern im Gespräch“ heute Vormittag im Erbacher Hof in Mainz.

Während der jährlich stattfindenden Tagung stellte die Bildungsministerin das neue Curriculum „Mit Kindern im Gespräch“ zur Qualifizierung von pädagogischen Fachkräften in Kitas vor. „Das Erlernen von und der sichere Umgang mit Sprache haben einen enormen Stellenwert. Deshalb haben wir bereits im letzten Jahr die Landesmittel für die Sprachfördermaßnahmen für Kinder im Alter von zwei bis sechs aufgestockt“, so Stefanie Hubig weiter.

Die Sprachförderung in den Kindertagesstätten wird in Rheinland-Pfalz seit dem Jahr 2006 mit jährlich rund sechs Millionen Euro gefördert. Seit dem Förderjahr 2016/2017 können für zusätzliche Sprachfördermaßnahmen sogar 6,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden.

„Sprachliche Bildung und Sprachförderung finden aber nicht nur in den professionalisierten Angeboten statt. Wir müssen den Begriff weiter und ganzheitlicher fassen. Bildung, Erziehung und Betreuung können nur zusammen gedacht werden. Die sprachliche Entwicklung der Kinder steht in direktem Zusammenhang mit der Qualität des sprachlichen Inputs der pädagogischen Fachkräfte. Sprachliche Bildung muss Teil des Alltags sein, durch die direkte Ansprache, durch den Austausch mit den Kindern. Das neue Curriculum setzt genau hier an: der Fokus des neuen Qualifizierungskonzepts liegt auf Sprachförderstrategien, die zunächst systematisch erarbeitet werden. Darauf aufbauend geht es um die Anwendung dieser Strategien in Alltagssituationen“, erklärte die Ministerin. 

„Unsere Erzieherinnen und Erzieher sind außerordentlich engagiert, wie ich bei meinen Besuchen von Kindertagesstätten immer wieder erleben kann. Dafür bedanke ich mich“, so Stefanie Hubig. „Mit dem neuen Qualifizierungskonzept werden sie zusätzlich Werkzeuge an die Hand bekommen, durch die es ihnen noch besser gelingen wird, Kinder zum Sprechen anzuregen und mit ihnen im Gespräch zu bleiben. Die am 1. Januar 2017 in Kraft getretene neue Verwaltungsvorschrift ermöglicht auch eine zusätzliche finanzielle Förderung durch das Land.“

Hintergrund:

Die Sprachfachtagung „Hast Du Worte…“ findet mit wechselnden Schwerpunktsetzungen bereits seit 2004 statt. Sie richtet sich an alle Erzieherinnen und Erzieher, Sprachförderkräfte, Leitungskräfte und Fachberatungen sowie Fachschullehrerinnen und -lehrer und wird vom Bildungsministerium gemeinsam mit dem Sozialpädagogischen Fortbildungszentrum (SPFZ) organisiert. 

In diesem Jahr wurde den Gästen das neue Curriculum „Mit Kindern im Gespräch“ sowie die neue Verwaltungsvorschrift „Sprache“ vorgestellt. Das Curriculum steht für einen Paradigmenwechsel: Es geht nicht mehr um ausschließlich additive Sprachfördermaßnahmen sondern um eine gezielte sprachliche Bildung im Alltag der Kindertagesstätten. Die neue Verwaltungsvorschrift ermöglicht es, Kinder nicht nur in Kleingruppen sprachlich zu fördern, sondern auch Zeitanteile der zusätzlichen Stunden im Kontext des Alltags der Kindertagesstätte bzw. der Kindergartengruppe zur individuellen Begleitung und Förderung zu nutzen.