Neue Rahmenbedingungen für neue Herausforderungen / Bewerbungsstart für Informatik-Profil-Schulen in Rheinland-Pfalz

Digitale Geräte und Dienstleistungen sind längst Teil unseres Alltags und die Nutzerinnen und Nutzer werden immer jünger. Rheinland-Pfalz setzt deshalb auf digitale Bildung – altersgerecht und pädagogisch sinnvoll entlang der gesamten Bildungskette.

„Die Zukunft ist digital – deshalb müssen unsere Schulen ihre Schülerinnen und Schüler weiter dabei unterstützen, verantwortungsvoll mit den neuen Möglichkeiten umzugehen. Von der Kita bis zur Fort- und Weiterbildung im Beruf sind alle gefragt. Unsere Schulen nehmen diesen Auftrag an und bereiten junge Menschen auch vor dem Hintergrund der Digitalisierung hervorragend auf das Leben und Arbeiten vor“, so Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig.

„Mit der iMedia richten wir in Rheinland-Pfalz die bundesweit größte zentrale Fortbildungsveranstaltung für Lehrkräfte im Bereich Digitale Bildung aus. Dieses tolle Format zeigt, was sich an unseren Schulen alles bewegt, mit wie vielen spannenden Partnern wir kooperieren und vor allem wie viele engagierte Lehrkräfte wir in Rheinland-Pfalz haben“, so Hubig weiter.

Im aktuellen Doppelhaushalt hat das Bildungsministerium die Mittel rund um die digitale Bildung verdreifacht: 35 Millionen Euro stehen für beide Jahren zur Verfügung. In Mainz berichtete die Bildungsministerin heute über aktuelle Neuerungen.

Weg ist frei für Informatik-Profilschulen in Rheinland-Pfalz

Ein ganz besonderes neues Projekt zur informatorischen Bildung steht in den Startlöchern: Die Ausschreibungen für landesweit 15 Informatik-Profilschulen in verschiedenen weiterführenden Schularten beginnen. Die Realschulen plus, Integrierte Gesamtschulen, Gymnasien sollen zum Schuljahr 2020/2021 ihre Arbeit aufnehmen. Der Informatik-Unterricht wird dann beginnend ab Klasse 5 bis hin zu Grund- und Leistungskursen in der Oberstufe angeboten. Zusätzlich werden die Schulen darüber hinaus Arbeitsgemeinschaften etwa in den Bereichen Programmierung oder Medienkompetenz anbieten. Die Qualifizierung und Fortbildung von Lehrkräften im Bereich Digitales wird gestärkt werden und schulübergreifende Netzwerke gebildet.

„Der Fachkräftemangel im IT- und allgemein im MINT-Bereich spitzt sich zu, aber auch in immer mehr klassischen Berufsfeldern sind Digitalkompetenzen nachgefragt. Mit unserer Landesstrategie zur Digitalen Bildung und insbesondere auch der MINT-Strategie, die das Bildungsministerium erfolgreich an den Start gebracht hat, werden wir dem gerecht. Die Informatik-Profilschulen setzen nochmals einen ganz klaren Schwerpunkt“, so Stefanie Hubig.

Digitale Koordination an Schulen, mehr Mittel für Anwendungsbetreuung

Zum neuen Schuljahr 2019/2020 können alle rheinland-pfälzischen Schulen eine Digital-Koordinatorin oder einen Koordinator benennen. Das sind Lehrkräfte, die Anrechnungsstunden erhalten, um ihre Schule medienpädagogisch fit für das digitale Lernen und Lehren zu machen.

„Digitalisierung passiert, an ganz vielen Orten, und wir müssen sie gestalten. Das ist Grundlage all unserer Arbeit in den Bereichen Digital- und Medienkompetenz. Die digitale Koordination an allen Schulen ist dabei ein wichtiger Schritt“, so Ministerin Hubig.

Ein großes Thema war in den vergangenen Jahren immer wieder die Anwendungsbetreuung. Wer installiert neue Rechner und Notebooks, wer hält die Software auf aktuellem Stand?

„Der Schulträger ist für die technische Ausstattung und die Wartung zuständig. Aber wir wollen dabei helfen – das tun wir schon bisher, aber wir legen einen große Schippe drauf: Die Mittel für die Anwendungsbetreuung haben wir dazu von drei auf sechs Millionen Euro verdoppelt. Das bedeutet deutlich mehr Spieltraum für Träger und Schulen“,  so die Bildungsministerin weiter.

Insgesamt stehen für die Neuregelung der Anwendungsbetreuung und die digitale Koordination im Landeshaushalt für die Jahre 2019 und 2020 Mittel in Höhe von rund 18 Millionen Euro zur Verfügung.  

Am 1. Juli 2019 tritt außerdem die überarbeitete Verwaltungsvorschrift über die Genehmigung, Einführung und Verwendung von Lehr und Lernmittel in Kraft. Zum ersten Mal sind darin digitale Lehr- und Lernmittel ausdrücklich aufgenommen. Somit ist an rheinland-pfälzischen Schulen das rechtliche Fundament für das digitale Schulbuch gelegt.

Digitale Lehrkräfteausbildung

Klar ist, dass digitale Bildung digital gebildete Lehrkräfte braucht. Da setzt das neu gestartetes Leuchtturmprojekt zur digitalen Lehrerbildung in Rheinland-Pfalz an.

„Einen besonderen Stellenwert im Rahmen des Projektes nehmen verschiedene digitale Instrumente zur Selbst- und Fremdeinschätzung digitaler Kompetenzen ein, denn nicht nur jede Schülerinnen und jeder Schüler ist unterschiedlich, auch jede angehende Lehrkraft hat eine andere digitale Vorgeschichte und unterschiedliche Vorkenntnisse“, so Hubig.

Ansatz des Projektes ist es deshalb, angehende Lehrkräfte dort abzuholen, wo sie stehen. Digitale Lernangebote – etwa im Rahmen von blended learning – erlauben es dann, die jungen Lehrerinnen und Lehrer individuell zu fördern. 

„Zentral bei dem Projekt ist die Arbeit an den Schnittstellen zwischen der Technischen Universität Kaiserslautern, den Studienseminaren aller Schularten und den Schulen. Das  ermöglicht eine digitale Lehrerausbildung aus einem Guss. Nachdem das Konzept zunächst in Kaiserslautern etabliert wird, wollen wir es auf weitere Standorte ausweiten. Hier wie bei vielen unserer Projekte gilt: Zusammen geht vieles besser“, so die Bildungsministerin abschließend.

Weitere Informationen zu den Informatik-Profil-Schulen und den Bewerbungsverfahren finden Sie hier.