„Gemeinsam anpacken und besser werden“ – Bildungsministerin lädt Eltern- und Lehrerverbände zur Beteiligung ein

Der Bildungsausschuss des rheinland-pfälzischen Landtags befasste sich heute mit den Ergebnissen des kürzlich erschienen IQB-Bildungstrends, der die Leistungen der Grundschülerinnen und Grundschüler in Deutsch und Mathematik darstellt.

„Unter den Bundesländern zeichnen sich eine Spitzengruppe und eine Schlussgruppe ab. Dazwischen liegt ein breites Mittelfeld, das in den Ergebnissen teilweise sehr eng zusammen liegt. In dieses Mittelfeld ordnen sich auch die Leistungen der rheinland-pfälzischen Grundschülerinnen und -schüler ein“, betonte Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig im Bildungsausschuss. 

Entsprechend dem Bundestrend haben die rheinland-pfälzischen Schülerinnen und Schüler in Teilbereichen weniger Punkte erzielt als in 2011 – lediglich im Bereich Deutsch Zuhören haben sie sich signifikant verschlechtert. 

„Mit einem solchen Ergebnis kann man nicht zufrieden sein. Wir werden nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Was jetzt allerdings niemandem hilft, ist Aktionismus. Vermeintlich einfache Lösungen und vorschnelle Forderungen – etwa nach mehr Diktaten oder Frontalunterricht – führen nur zu Verunsicherung und Unruhe bei Schülerinnen und Schülern genauso wie bei Eltern und Lehrkräften“, so Stefanie Hubig.  

„Die Grundschullehrerinnen und -lehrer arbeiten sehr engagiert“, so die Ministerin weiter, „und nach allem was wir hören, sind sie mit den Ergebnissen der Studie genauso unzufrieden wie wir.“ 

Deshalb gelte es jetzt zunächst, die Ergebnisse mit allen an Schule Beteiligten zu analysieren und gemeinsam Wege zu finden, um besser zu werden. 

„Wo notwendig und sinnvoll, werden wir gemeinsam mit den Lehrkräften nachjustieren und neue Maßnahmen in Angriff nehmen. In einem ersten Schritt diskutieren und bewerten wir die Ergebnisse mit Vertreterinnen und Vertretern der Lehrerverbände, der Elternschaft, der Schulbehörde, des Hauptpersonalrats und des Pädagogischen Landesinstituts – dabei wird es keine Denkverbote geben. Beispielsweise haben wir uns im Ministerium bereits Gedanken über Einführung eines einheitlichen Grundwortschatzes gemacht und darüber, wie man mehr Verbindlichkeit und Stringenz beim Üben herstellen kann –  auch das wird Gegenstand der Beratungsgespräche sein. Die verschiedenen Beteiligten habe ich bereits zu einem Fachgespräch am 20. November 2017 eingeladen.“

Auch vor dem Hintergrund, dass sich die Lehrkräfte ständig neuen gesellschaftlichen Herausforderungen gegenübersehen, wurden die Arbeitsbedingungen für die Lehrkräfte an Grundschulen in Rheinland-Pfalz bereits verbessert: Die Grundschulen in Rheinland-Pfalz haben mit die kleinsten Klassen in ganz Deutschland und eines der jüngsten Kollegien. Alle Planstellen an den Grundschulen konnten mit ausgebildeten Grundschullehrkräften besetzt werden. Darüber hinaus wurde die Fachlichkeit in der Lehrkräfteausbildung und in der Fort- und Weiterbildung gestärkt.

Auch die Rahmenvorgaben für den Unterricht in der Grundschule werden auf der Basis aktueller erziehungswissenschaftlicher Erkenntnisse, gesellschaftlicher Anforderungen und den Vereinbarungen mit der Kultusministerkonferenz kontinuierlich weiter entwickelt. Außerdem wurden in den vergangenen Jahren eine Reihe von Initiativen und Projekten auf dem Weg gebracht, die die Lese- und Sprachkompetenz und die mathematischen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler gezielt in den Blick nehmen. 

„Wir arbeiten weiter daran, die Lehr und Lernbedingungen an unseren Schulen zu verbessern. Man muss den Schulen und den Lehrkräften aber auch die nötige Zeit geben, damit Maßnahmen wirksam werden können“, so Ministerin Hubig.