Ganztagsbetreuung an Grundschulen ausbauen: Bildungsministerin Stefanie Hubig begrüßt Vorstoß von Bundesfamilienministerin Barley

„Zu einer modernen Berufswelt gehört, dass Frauen und Männer Beruf und Familie miteinander in Einklang bringen können. Das funktioniert am besten, wenn sie sich sicher sein können, dass ihre Kinder während ihrer Arbeitszeit gut aufgehoben sind. Darüber hinaus trägt der Ganztagsunterricht zur Chancengerechtigkeit bei. Alle Kinder sollen die Möglichkeit haben, zusätzliche sportliche, kulturelle und andere Bildungsangebote zu nutzen. Deswegen begrüße ich den Vorschlag von Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley sehr, die Ganztagsbetreuung an Grundschulen auszubauen“, sagte die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig heute in Mainz.

„Der Ausbau der Ganztagsbetreuung  ist ein wichtiger Schritt hin zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das haben wir in Rheinland-Pfalz schon früh erkannt und sind beim Ausbau des Ganztags im Vergleich zu vielen anderen Bundesländern sehr weit fortgeschritten. Über die vorhandenen Betreuungsangebote hinaus, bieten wir im Land ein breites Ganztagsschulangebot, das die Bildung in den Mittelpunkt stellt“, so Stefanie Hubig weiter.

Klar sei auch, dass sich der Bund beim weiteren Ausbau der Ganztagsbetreuung finanziell beteiligen müsse. „Wenn nach der Bundestagswahl ein bundesweiter Rechtsanspruch etabliert werden sollte, dann muss ganz klar sein, dass der Bund finanziell liefern und einen deutlichen Beitrag zum Ausbau und der Unterhaltung der Betreuung in den Ländern leisten muss“, erklärte die Bildungsministerin.

Bereits im Jahr 2002 hat Rheinland-Pfalz als erstes Bundesland ein eigenes Landesprogramm zum Ausbau von Ganztagsschulen (GTS) aufgelegt und seither erfolgreich ausgebaut. Beim Ausbau dieses Angebotes geht es nicht nur um Betreuung, sondern um Bildung, weswegen besondere Ansprüche an die schulischen Angebote gestellt werden. Unterricht und Förderung, Arbeits- und Erholungsphasen sowie Bewegung und Ruhe werden sinnvoll miteinander verzahnt.  Mehr als ein Drittel (324 von 964) aller rheinland-pfälzischen Grundschulen boten im Schuljahr 2016/2017 den Ganztag in Angebotsform an. Das bedeutet, dass Eltern wählen können, ob ihr Kind am Ganztagsschulangebot teilnimmt oder nicht. 

Neben diesen Ganztagsschulen in Angebotsform gibt es die „Betreuenden Grundschulen“. „Dieses zusätzliche freiwillige Angebot bietet den Eltern eine größere Flexibilität. Das Betreuungsangebot richtet sich nach dem zeitlichen Bedarf und findet vor und /oder nach dem Unterricht statt“, erklärt die Bildungsministerin. Träger der „Betreuenden Grundschule“ können kommunale, kirchliche oder freie Träger sein. Die Landesregierung gewährt dem Träger des Betreuungsangebotes pro Gruppe und Jahr einen pauschalierten Landeszuschuss je nach der wöchentlichen Dauer der Betreuung.

Im Schuljahr 2016/2017 waren 868 von landesweit 964 Grundschulen betreuende Grundschulen. 288 der betreuenden Grundschulen bieten eine Betreuung vor und nach dem Unterricht, 267 betreuende Grundschulen sind gleichzeitig Ganztagsschulen und decken mit der Betreuung den Bedarf in den Halbtagsklassen – also bei den Kindern, die nicht am Angebot Ganztagsschule teilnehmen – sowie den Freitagnachmittag für die Ganztagskinder ab. 430 der 868 Grundschulen (ohne GTS) boten die Betreuung an mindestens drei Tagen in der Woche für mindestens sieben Stunden an. Sie gehören  damit zu den so genannten "offenen Ganztagsschulen".