Digitale Bildung ist Schwerpunkt rheinland-pfälzischer Bildungspolitik / Wanka-Gelder für Ausstattung nutzen

„Mit unserem Landesprogramm ‚Medienkompetenz macht Schule‘ bringen wir bereits seit zehn Jahren die digitale Bildung in Rheinland-Pfalz voran. Bei ‚Medienkompetenz macht Schule‘ geht es dabei nicht nur um die Ausstattung der Schulen, sondern um den kompetenten und selbstbestimmten Umgang der Schülerinnen und Schüler, ihrer Lehrkräfte und Eltern mit digitalen Medien. Im Jahr 2016 haben wir das Programm an Grundschulen pilotiert. In diesem Jahr wird ‚Medienkompetenz macht Schule‘ an 125 Grundschulen ausgerollt – Rheinland-Pfalz ist bei der digitalen Bildung also sehr gut aufgestellt“, sagte Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig im Rahmen des Digitalisie-rungskabinetts am Dienstag in Mainz.

„Gerade die Ausstattung der Schulen sowie die Wartung und Pflege der Geräte ist allerdings sehr kostspielig. Deshalb erhoffen wir uns, dass wir die Gelder, die Bundesbildungsministerin Johanna Wanka den Bundesländern in Aussicht gestellt hat, für die Ausstattung der Schulen nutzen können“, erklärte Stefanie Hubig.

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka hatte im Herbst 2016 fünf Milliarden Euro im Rahmen eines Digitalpakts angekündigt. Voraussetzung dafür sei eine Bund-Länder-Vereinbarung, hatte Wanka erklärt. Diese haben die Bildungsministerinnen und –minister der Länder am vergangenen Donnerstag in Stuttgart im Rahmen der Kultusministerkonferenz vorgelegt. „Die Ministerinnen und Minister der Länder haben ihren Teil der Abmachung erfüllt. Jetzt liegt der Ball bei Frau Wanka“, sagte Stefanie Hubig am Dienstag und wiederholte ihre Forderung hinsichtlich des Kooperationsverbots: „Gute Bildung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Der Bund muss seinen Anteil leisten. Deshalb fordert Rheinland-Pfalz die Aufhebung des Kooperationsverbots, so könnte der Bund die Länder und Kommunen bei den großen Aufgaben unserer Zeit, wie der Digitalisierung, der Integration und Inklusion, nicht nur punktuell, sondern langfristig finanziell unterstützen.“

Hintergrundinformationen
Seit 2007 bringt „Medienkompetenz macht Schule“ die digitale Bildung in Rheinland-Pfalz sehr erfolgreich voran. Das Landesprogramm wurde seitdem mit mehr als 26 Millionen Euro gefördert. Insgesamt wurden 580 weiterführende Schulen als Projektschulen aufgenommen und mit Landesmitteln ausgestattet. Im Jahr 2016 betrug die finanzielle Förderung 1,75 Millionen Euro.

Der Ansatz von „Medienkompetenz macht Schule“ ist ganzheitlich: Neben der technischen Ausstattung der Schulen steht die umfassende Medienkompetenzförderung im Vordergrund.  Das Programm richtet sich also an Schülerinnen und Schüler, (angehende) Lehrkräfte sowie Eltern. Im Mittelpunkt steht die kritische, verantwortungsvolle und effiziente Nutzung digitaler Medien. Der Erfolg von „Medienkompetenz macht Schule“ wurde im vergangenen Jahr erneut durch den „Länderindikator 2016 – Schule digital“ der Deutschen Telekom Stiftung erneut bestätigt. Die Studie zeigt: Im bundesweiten Vergleich nimmt Rheinland-Pfalz bei der digitalen Bildung eine Vorreiterrolle ein.

Lehren und Lernen mit digitalen Medien ist fester Bestandteil des Unterrichts in Rheinland-Pfalz. Auch in Zukunft ist es das Ziel der Landesregierung, das Lehren und Lernen mittels digitaler Lehrmittel zum Teil des schulischen Alltags zu machen. Digitale Kompetenzen werden verpflichtende Bestandteile der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften sein.

Die digitale Welt ist natürlich auch Teil der Lebensrealität von Grundschülerinnen und Grundschülern. Deshalb startete im November 2016 die Pilotphase für „Medienkompetenz macht Schule“ an zwölf rheinland-pfälzischen Grundschulen. In diesem Jahr werden 125 Grundschulen in das Landesprogramm aufgenommen. Die Grundschulen erhalten zum einen 7.500 Euro pro Schule aus dem Landesprogramm zur bedarfsorientierten Verbesserung der technischen Infrastruktur. Zum anderen wird es Fortbildungen für die Grundschullehrerinnen und –lehrer geben. Diese werden vom Pädagogischen Landesinstitut durchgeführt.