Beratungsnetzwerk unterstützt Schulen ganz gezielt

Ein passgenaues Unterstützungsangebot für Schulen durch kompetente Beraterinnen und Berater, das ab sofort jede Schule für Beratungs- und Fortbildungsangebote vor Ort anfordern kann – das bietet das neue „Pädagogische Beratungssystem“, das Bildungsministerin Doris Ahnen und die Leiterin des Pädagogischen Landesinstituts, Dr. Birgit Pikowsky, heute in Mainz vorstellten. „Wir wollen damit die Schulen bei der Weiterentwicklung der eigenen Qualitätsprogramme ganz gezielt unterstützen, das Fortbildungsangebot für Lehrerinnen und Lehrer direkt in den Schulen weiter verstärken und damit auch einen Beitrag zur Stärkung der Selbstständigkeit von Schulen leisten“, hielt Bildungsministerin Doris Ahnen fest. Sie ergänzte: „Das neue, zentral organisierte Beratungssystem zeigt deutlich, welche Ziele mit der im August 2010 in Gang gesetzten Zusammenführung aller pädagogischen Serviceeinrichtungen des Landes unter dem Dach des Pädagogischen Landesinstituts verbunden werden: Es geht um die direkt an der Nachfrage orientierte Beratung und Unterstützung der Schulen aus einer Hand und aus einem Guss.“

Mit dem neuen Beratungssystem erhielten die Schulen ein Angebot, mit dem Expertenwissen aus der Praxis für die Praxis noch besser nutzbar gemacht werde. „Landesweit gibt es mittlerweile rund 600 speziell geschulte Beraterinnen und Berater sowie Expertinnen und Experten für rund drei Dutzend Themenfelder, die für die Weiterentwicklung der Schulqualität und des Unterrichts wichtig sind. Im Pädagogischen Beratungssystem ist dieses Expertenwissen zusammengefasst und jede einzelne Schule kann sich daraus – orientiert an ihren jeweiligen Bedürfnissen – einzelne Angebote für Beratungen vor Ort, idealerweise in der jeweiligen Schule aussuchen. Möglich ist dies über eine Internetplattform oder über eine zentrale Stelle im Pädagogischen Landesinstitut“, sagte Doris Ahnen. Für die Schulen sei der Einsatz der Beraterinnen und Berater kostenlos. Dadurch, dass die Beratungen in den Schulen selbst erfolgten, sei es möglich, die damit verbundene Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrern besser auf die Unterrichtsplanungen abzustimmen und so den Vertretungsbedarf zu minimieren.

Die Leiterin des im August 2010 neu gebildeten Pädagogischen Landesinstituts, Birgit Pikowsky, unterstrich, das Spektrum der Angebote im „Pädagogischen Beratungssystem“ sei sehr breit angelegt und orientiere sich am Grundsatz der individuellen Förderung von Schülerinnen und Schülern. So gebe es beispielsweise Beraterinnen und Berater für die Sprachförderung in der Grundschule ebenso wie für den Ganztagsschulbetrieb oder für die Integration von Kindern mit Behinderungen in Regelschulen. Der Einsatz moderner Medien im Unterricht sei ebenso Bestandteil des Beratungsnetzwerks wie die Unterrichtsweiterentwicklung in einzelnen Schulfächern – von der Mathematik und Naturwissenschaften über Deutsch und die Fremdsprachen bis zum Sport. Insbesondere für die Umsetzung von Zielvereinbarungen mit der Schulaufsicht, die im Anschluss an die externe Evaluation einer Schule durch die Agentur für Qualitätssicherung, Evaluation und Selbstständigkeit von Schulen (AQS) abgeschlossen werden, seien solche spezifischen Beratungsangebote von besonderer Bedeutung.

Die Beraterinnen und Berater, die im „Pädagogischen Beratungssystem“ zusammengefasst sind, seien alle für ihre Tätigkeit umfassend qualifiziert worden und würden während ihrer Einsatzzeit ständig fortgebildet, sagte Birgit Pikowsky. Für die Aus- und Weiterbildung sowie den Einsatz der Beraterinnen und Berater gebe es dabei einheitliche Qualitätskriterien. Bildungsministerin Ahnen ergänzte, da es sich um Lehrerinnen und Lehrer aus dem aktiven Schuldienst handle, werde deren Unterrichtsverpflichtung für die Beratungstätigkeit durch so genannte Anrechnungsstunden reduziert. Insgesamt entspreche die Summe der Anrechnungsstunden für alle Beraterinnen und Berater landesweit rund 60 Vollzeitlehrerstellen.

Birgit Pikowsky hielt abschließend fest, das „Pädagogische Beratungssystem“ stehe stellvertretend für die Ausrichtung der Angebote des Pädagogischen Landesinstituts insgesamt. „ Wir verstehen uns als Dienstleistungseinrichtung für die Schule und machen es uns zur Aufgabe, alle an Schule Beteiligten bei den vielfältigen Anforderungen der Schul- und Unterrichtsentwicklung zu unterstützen“, sagte sie. Lehrkräfte könnten bei den 285 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Pädagogischen Landesinstituts, die an mehr als 20 Standorten präsent seien, regionale und landesweite Fort- und Weiterbildungen, pädagogische Handreichungen, Hilfestellungen beim Einsatz moderner Kommunikationstechniken und Medien sowie schulpsychologische Beratung erhalten.