Rheinland-Pfalz behauptet sich insgesamt im guten Hauptfeld

Die Kultusministerkonferenz führt regelmäßig Erhebungen durch, um die Erreichung der Bildungsstandards in den Ländern zu vergleichen und bildungspolitische Herausforderungen besser erkennen und bewältigen zu können. Im aktuellen IQB-Bildungstrend wurden bundesweit die Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern der 9. Jahrgangsstufe in den Fächern Mathematik, Biologie, Chemie und Physik erfasst. Die Studie beruht auf einer repräsentativen Stichprobe an allgemeinbildenden Schulen.

„Die Ergebnisse der rheinland-pfälzischen Schülerinnen und Schüler in Biologie, Chemie, Physik entsprechen insgesamt den bundesweiten Standards, teilweise liegen sie auch darüber. Wir sehen aber auch, dass die Schülerinnen und Schüler weniger Punkte in Biologie und Chemie erreicht haben als noch 2012. Das entspricht den bundesweiten Entwicklungen. Bei den Mathematik-Aufgaben erreichen rheinland-pfälzische Neuntklässlerinnen und Neuntklässler schlechtere Ergebnisse als 2012. Damit sind wir überhaupt nicht zufrieden und deshalb werden wir sehr genau analysieren, wie diese Ergebnisse zustande kommen und wie wir nachsteuern müssen“, sagte Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig nach erster Sichtung der heute erschienenen Ergebnisse des IQB-Bildungstrends.

„Im Vergleich zur letzten Untersuchung haben sich nahezu alle Bundesländer verschlechtert. Im Bildungstrend findet sich Rheinland-Pfalz – auch aufgrund der hervorragenden Arbeit unserer Lehrerinnen und Lehrer bei einer immer heterogener werdenden Schülerschaft – insgesamt in der Hauptgruppe. Perspektivisch wollen wir uns aber verbessern. In der Spitzengruppe der Länder findet sich Rheinland-Pfalz für den getesteten Bereich der Erkenntnisgewinnung im Fach Biologie (3. Platz) und beim Fachwissen Chemie (4. Platz). An den rheinland-pfälzischen Gymnasien liegt der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die den Optimalstandard im Feld Erkenntnisgewinnung in Biologie und Chemie erreichen, sogar deutlich über Bundesdurchschnitt. Hier haben wir weiter sehr gute Ergebnisse, während bundesweit negative Entwicklungen stattgefunden haben“, so Hubig weiter.

„Als kritisch ist aber die Anzahl der getesteten Schülerinnen und Schüler anzusehen, die den Regelstandard in Mathematik nicht erreichen. Das müssen wir uns genau anschauen und unbedingt nachsteuern“, sagte die Bildungsministerin: „Dieses Ergebnis zeigt uns allerdings, dass wir mit dem Programm ‚Mathe macht stark‘, das wir kürzlich an den Grundschulen gestartet haben und auch an den weiterführenden Schulen einsetzen werden, schon richtige Schritte gehen, um die mathematischen Kompetenzen unserer Schülerinnen und Schüler zu verbessern. Welche weiteren Maßnahmen folgen müssen, werden wir jetzt – im Dialog – zügig analysieren und diese ergreifen.“

Dass die Kompetenzwerte bundesweit stagnieren oder sich verschlechtern, kann vielfältige Ursachen haben. Die Studie belegt etwa, wie bereits der IQB-Bildungstrend 2016, dass die Schülerschaft zunehmend heterogener wird. Das heißt, dass mehr Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf und mehr Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund allgemeinbildende Schulen besuchen und an den Testungen teilnehmen.

„Unser Anspruch ist es, alle Kinder und Jugendlichen gezielt zu fördern und dabei ihre Defizite, aber auch ihre Begabungen zu berücksichtigen. Das ist eine lösbare Herausforderung. Die Ergebnisse bestärken uns auch darin, dass wir mit der MINT-Strategie, die im Jahr 2017 begonnen hat, einen wichtigen und richtigen Weg eingeschlagen haben“, so Hubig.

Außerdem setzt das Land auf Fortbildung und – trotz tendenziell sinkender Schülerzahlen – auf mehr Lehrkräfte: Im aktuellen Doppelhaushalt sind jedes Jahr 130 zusätzliche Stellen für die Unterrichtsversorgung vorgesehen, dazu kommen insgesamt 80 Stellen für Feuerwehrlehrkräfte und 50 für Sprachförderlehrkräfte. Das sind insgesamt 390 neue, zusätzliche Stellen. Auch bei der Schulsozialarbeit wurden die Mittel deutlich angehoben. Die Schüler-Lehrer-Relation hat sich in den vergangenen Jahren stetig verbessert.