Eine moderne Ausbildung für die Zukunft: Landtag beschließt neue Regelung zum Pflegeberufegesetz

„Die Arbeit von Pflegerinnen und Pflegern ist unglaublich wichtig. Das wird uns in diesen Tagen und Wochen besonders vor Augen geführt. Mit dem heute beschlossenen Landesgesetz zur Ausführung des Pflegeberufegesetzes gehen wir einen entscheidenden Schritt nach vorne: Die drei Ausbildungsberufe Kranken-, Alten- und Kinderkrankenpflege werden in einer neuen modernen Ausbildung zusammengefasst, die den vielfältigen pflegerischen Aufgaben der heutigen Zeit gerecht wird. Die Pflegeausbildung wird damit nicht nur auf ein modernes Fundament gestellt, sie wird auch deutlich attraktiver für Auszubildende, die wir in diesem Bereich so dringend brauchen“, sagte Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig anlässlich der Verabschiedung des Gesetzes durch den rheinland-pfälzischen Landtag am Mittwochnachmittag.

Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler betonte: „Unsere Gesellschaft wird immer älter. Deshalb brauchen wir mehr Personal, das gut ausgebildet ist. Ich freue mich sehr, dass mit dem heutigen Landtagsbeschluss ein zentrales Vorhaben der Landesregierung umgesetzt wurde.“

Das neue Gesetz legt die Grundlage dafür, dass die neue Ausbildung ab dem Schuljahr 2020/2021 starten kann. Es regelt den Übergang der bisherigen Krankenpflege- und Altenpflegeschulen in die neue Schulform Pflegeschule. Diese sollen, sofern sie nicht Teil einer öffentlichen berufsbildenden Schule sind, als Bildungseinrichtungen eigener Art geführt werden. Darüber hinaus wird die Schulaufsicht der Schulen geregelt sowie die nötigen Rechtsgrundlagen geschaffen, die durch die Vorgaben des Bundesgesetzes vorgesehen sind.

 

Durch die Einführung des neuen Gesetzes kommen auf die Pflegeschulen in Rheinland-Pfalz neue Aufgaben zu. Die beteiligten Ministerien für Bildung und für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie unterstützen sie deshalb mit dem Projekt „Information, Schulung und Beratung der Pflegeschulen zur Einführung und Umsetzung des Pflegeberufegesetzes“. Dabei erhalten die 78 Pflegeschulen in Rheinland-Pfalz von Oktober 2019 bis Juli 2020 umfassende Beratungen und Schulungen zu den theoretischen und konzeptionellen Grundlagen der neuen Ausbildung. Durchgeführt wird das Schulungs- und Beratungsprojekt durch das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip e.V.).

Damit die neue Ausbildung in den rheinland-pfälzischen Pflegeschulen und Ausbildungsbetrieben einheitlich umgesetzt werden kann, wird auf der Grundlage der Empfehlungen des Bundes ein verbindlicher Lehrplan erarbeitet.

Im Vorfeld des neuen Gesetzes waren auf Landesebene zahlreiche wichtige Schritte unternommen worden: Die Ausbildungsberufe Kranken-, Alten- und Kinderkrankenpflege wurden zu einer einheitlichen Ausbildung zusammengefasst, die Landesverordnung zur Finanzierung der beruflichen Ausbildung in der Pflege ist in Kraft getreten, die Ausbildungsbudgets zur Finanzierung der Pflegeschulen und der Träger der praktischen Ausbildung wurden vereinbart, die für den Aufbau eines Ausgleichsfonds zur Finanzierung der beruflichen Pflegeausbildung zuständige Stelle wurde bestimmt und hat bereits ihre Arbeit aufgenommen. Darüber hinaus sind wichtige Vorarbeiten für die Sicherstellung der vollkommen neu konzipierten praktischen Ausbildung in Angriff genommen und sieben neue Professorenstellen an der Universität Trier und der Hochschule Ludwigshafen zur Einrichtung des grundständigen Pflegestudiums geschaffen worden.

Mehr zur generalistischen Pflegeausbildung erfahren Sie unter www.pflegefachkraft.rlp.de

 

Hintergrund:

Das Pflegeberufegesetz, das zum 1. Januar 2020 in Kraft getreten ist, geht von einem neuen Pflege- und Berufsverständnis aus, was sich insbesondere im von der Bundesfachkommission entwickelten Rahmencurriculum für die schulische und praktische Ausbildung verdeutlicht. Bei der Ausformulierung des Gesetzes hat der Gesetzgeber auf Bundesebene den Ländern in einigen Bereichen Regelungskompetenz übertragen. Dazu gehört auch die Entwicklung von Lehrplänen auf Landesebene und die Entwicklung schulinterner Curricula, sowie die Ausgestaltung von Kooperationen und die Durchführung der praktischen Ausbildung in geeigneten Einrichtungen.