„Demokratie-Erziehung aus dem Lehrbuch“ – Hubig besucht Projekt „Schlopolis 3.0“ an Mainzer Gymnasium

Die Bildungsministerin zeigte am Eingang ordnungsgemäß ihr Visum vor, also durfte sie passieren und so am Dienstag das Gymnasium am Kurfürstlichen Schloss betre-ten. Ohne dieses Visum geht derzeit nichts in „Schlopolis 3.0“. Für das gleichnamige Schulprojekt hat sich das Mainzer Gymnasium in der letzten Woche vor den Sommerferien in einen eigenen Staat verwandelt: mit eigenen Abgeordneten, eigenen Institutionen, eigenen Gesetzen – und eben auch eigenen Ausweispapieren.

Die Schule als Staat – diese ganz besondere Art von Demokratie-Unterricht wollte sich die Ministerin natürlich genau anschauen. „Dieses Projekt kombiniert auf praxisnahe Weise zwei meiner absoluten Herzensthemen“, sagte Hubig, nachdem sie dank Visum die Einlasskontrolle zu „Schlopolis 3.0“ erfolgreich passiert hatte. „Zum einen weckt es – sozusagen am lebenden Objekt – Verständnis für das Funktionieren eines demokratischen Staates, seiner Arbeit, seiner Organe und auch der Anstrengungen, die für ein solches Funktionieren unternommen werden müssen. Das ist gerade in unseren jetzigen, unruhigen Zeiten in der Schule unabdingbar. Zum anderen legt ,Schlopolis 3.0‘ großen Wert auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Damit werden die großen Themen unserer Zeit angesprochen, für die wir uns in der rheinland-pfälzischen Bildungspolitik schon lange mit besonderem Nachdruck einsetzen.“

Schon vor der Ausrufung des Staates „Schlopolis 3.0“ hatte das Organisationsteam um Nicolas Weinberg und Tomte Neusüß viel zu tun gehabt: Parteien wurden gegründet, ein Parlament gewählt, eine Verfassung ausgearbeitet, Staatsoberhaupt und Regierungschef gekürt. „Schlopolis 3.0“ bekam eine eigene Währung, eigene Medien und einen Haushalt plus Steuersystem.

Das Projekt, das in dieser Form in Rheinland-Pfalz einzigartig ist, stellt dabei weit mehr dar als nur ein Planspiel. Es verbindet verschiedene didaktische Ansätze, wie es in der Demokratiebildung besonders wichtig und sinnvoll ist. Durch die gemeinsame Teilnahme der Lehrkräfte sowie der Schülerinnen und Schüler, die in verschiedene Rolle schlüpfen, wird der Zugang zum Thema Politik fächerübergreifend und in mehreren Dimensionen ermöglicht. „Die Schüler bekommen hier ein besonderes Gespür dafür, welche Verantwortung mit politischen Entscheidungen verbunden ist, welche Abhängigkeiten und Abwägungen zu beachten sind und wie viele Regeln zu beachten sind, damit das Zusammenleben in einem Gemeinwesen funktioniert. ,Schlopolis 3.0‘ ist keine graue Theorie, sondern Demokratie-Erziehung aus dem Lehrbuch. Mein besonderer Dank gelten dem Organisationsteam und der Schulleitung, die dieses Erlebnis möglich gemacht haben.“

„Das Demokratieplanspiel, bei dem sich die komplette Schule in einen eigenen Staat mit Parlament, Verfassung und Wirtschaftssystem verwandelt, wurde bereits zweimal am Schlossgymnasium durchgeführt“, berichtete Schulleiterin Karin Ding. „Der Staat Schlopolis 3.0 hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Umwelt zu schützen und verankert somit die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen als wichtiges Fundament im selbst gegründeten Staat. Es ist der Wunsch der Bürgerinnen und Bürger von Schlopolis, dass sich die erlebte Nachhaltigkeit auch im normalen Schulleben tiefer verankert.“

Schüler Nicolas Weinberg vom Organisationsteam ergänzte: „Das von Schülern organisierte Schulprojekt Schule als Staat ist eine ideale Chance für die gesamte Schulgemeinschaft, den Wert unserer Demokratie sowie ein Wirtschaftssystem zu erleben. Die Schülerinnen und Schüler können sich im Parlament oder in selbst gegründeten Betrieben engagieren. Alles steht dabei unter dem Motto ,Schlopolis 3.0 - Wir gestalten Zukunft‘, dabei wollen wir besonders auf die Nachhaltigkeit im Staat achten. Diese Erfahrungen sollen die Bürgerinnen und Bürger des Staates in ihr zukünftiges Leben mitnehmen.“