Binationale Lehramtsausbildung für die Sekundarstufe bereichert die Schullandschaft über Grenzen hinweg

Die Lehrerinnen- und Lehrerausbildung ist in den Staaten der Europäischen Union sehr unterschiedlich strukturiert. So müssen Lehramtsstudierende in Deutschland etwa zwei Fächer studieren, in Frankreich konzentrieren sie sich auf nur ein Fach. Trotz dieser Unterschiede ist es in Mainz und Dijon gelungen, eine voll integrierte binationale deutsch-französische Lehramtsausbildung für den Sekundarbereich an den Start zu bringen. Heute wurde dazu eine Vereinbarung zwischen der Académie de Dijon, Rheinland-Pfalz, der Université de Bourgogne Dijon (uB) und der Johannes Gutenberg-Uni-versität Mainz (JGU) unterzeichnet.

„Die deutsch-französische Lehramtsausbildung ist ein Angebot, das für das vielfältige grenzüberschreitende Miteinander in einem geeinten Europa steht. Gerade in Zeiten der Pandemie, in der wir geschlossene Schlagbäume erleben mussten, machen solche Kooperationen Mut und zeigen: Auch bei geschlossenen Grenzen bleiben unsere Her-zen füreinander doch immer offen! Ich bedanke mich herzlich bei allen, die mitgeholfen haben, die binationale Lehramtsausbildung für die Sekundarstufe aus der Taufe zu heben und besonders dem Leiter des Hauses Rheinland-Pfalz, Herrn Bernhard Schaupp, für seine Mittlerfunktion zwischen Rheinland-Pfalz und der Akademie in Dijon. Ebenso
bedanke ich mich bei denjenigen, die sich in ihrer Lehramtsausbildung für diesen Weg entscheiden und dadurch nicht nur die deutsch-französische Freundschaft mit Leben erfüllen, sondern auch die Schullandschaft bereichern“, so Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig.

Bereits seit dem Jahr 2000 arbeiten die Johannes Gutenberg-Universität Mainz und die Université de Bourgogne Dijon im Bereich der universitären Ausbildung für das Lehramt an Gymnasien zusammen. Die Kooperation wird von der Deutsch-Französischen Hochschule unterstützt und gefördert. Ziel des Studiengangs ist die binationale Ausbildung von Lehrkräften für das gymnasiale Lehramt, die in Mainz und in Dijon vom Studienbeginn bis zur Erlangung der Lehrbefähigung in Deutschland sowie in Frankreich erfolgt. Dazu wurde ein Drei-Phasen-Modell, bestehend aus Bachelor- und Masterphase sowie einem deutsch-französischen Vorbereitungsdienst, entwickelt. Die erste Kandidatin, die sich derzeit am Studienseminar für das Lehramt an Gymnasien in Speyer befindet, wird zum Ende des laufenden Schuljahres die binationale Lehramtsausbildung vollständig abschließen. Insgesamt sind an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz bereits rund 100 Studierende in diesem Studiengang eingeschrieben. „Die Universitäten Mainz und Dijon sind im Bereich der deutsch-französischen Lehramtsausbildung seit Langem führend“, so JGU-Präsident Prof. Dr. Georg Krausch. „Wir freuen uns ganz besonders, dass nun weitere Partner dieses wegweisende Projekt mittragen.“ Die Kooperations-vereinbarung gibt der binationalen Lehramtsausbildung einen klaren Rahmen. Diese gemeinsame deutsch-französische Lehramtsausbildung ist ein Vorbild für ein gelebtes Europa.

www.cursus.mainz-dijon.org