Begleitforschung zum Schulcampus RLP: Wichtige Impulse für die Weiterentwicklung

Nach einer Pilotphase ist im Frühjahr 2021 die digitale Arbeitsumgebung Schulcampus RLP landesweit ausgerollt worden. Mehr als 600 Schulen sowie 23 Studienseminare arbeiten inzwischen mit dem Schulcampus RLP, der ein effizientes, vernetztes und interaktives Arbeiten im Schulalltag ermöglicht. Mehr als 150.000 Nutzerinnen und Nutzer haben bereits ein Zugangskonto eröffnet, das per einmaligem Login (Single Sign-on) Zugriff auf unterschiedliche digitale Werkzeuge und Lernmaterialien für zeitgemäßes Lernen und Lehren bietet.

Schon während der Entwicklung der Plattform wurden die potenziellen zukünftigen Nutzerinnen und Nutzer beteiligt und auch in der anschließenden Pilotphase eingebunden. Wissenschaftlich begleitet wurde dieser Prozess von Anfang an von der Technischen Universität (TU) Kaiserslautern unter der Leitung von Prof. Dr. Mandy Schiefner-Rohs. Jetzt legte die TU Kaiserslautern ihren zusammenfassenden Bericht vor. 

„Digitale Werkzeuge sollen echte Mehrwerte für das Lernen und Lehren schaffen – dafür steht der Schulcampus RLP. Es war uns wichtig, dass wir diejenigen, die später mit dem Schulcampus RLP arbeiten und lernen sollten, von Anfang an einbinden. Der jetzt vorliegende Bericht gibt uns wichtige Hinweise für die Weiterentwicklung des Schulcampus RLP“, sagte Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig. „So ist beispielsweise bereits ein Unternehmen beauftragt, einen Messengerdienst an die besonderen Anforderungen der Schulpraxis anzupassen und in das Gesamtsystem zu integrieren.“

„Mit dem Schulcampus RLP steht den Schulen eine integrierte digitale Arbeitsumgebung zur Verfügung, die Lehrkräfte im Unterricht unterstützen soll. Wir haben gesehen, dass die Nutzung des Schulcampus RLP nicht nur vom Angebot selbst, sondern auch von der Medienkompetenz der Lehrkräfte abhängig ist. Neben einer kontinuierlichen Weiterentwicklung des Produktes Schulcampus RLP werden nun auch auf der Ebene der Aus- und Fortbildung entsprechende Kompetenzen der Lehrpersonen weiterentwickelt“, so Prof. Dr. Schiefner-Rohs. Die Begleitforschung lief über einen Beobachtungzeitraum von vier Jahren (2018 bis 2022). Der zusammenfassende Bericht der wissenschaftlichen Begleitforschung der TU Kaiserslautern steht auf der Homepage des Schulcampus RLP unter https://schulcampus.bildung-rp.de/entwicklung/begleitforschung zur Verfügung.

Viele der Wünsche und Erwartungen an eine digitale Arbeitsumgebung, die in einer ersten Befragungswelle im Jahr 2018 herausgearbeitet worden waren, flossen in die Entwicklung des Schulcampus RLP ein. So wurde etwa wiederholt der orts- und geräteunabhängige Zugriff auf alle Angebote des Schulcampus RLP gefordert, ohne dass besondere Software auf einem Endgerät installiert werden muss. Dies wurde ebenso verwirklicht wie ein einheitlicher Zugang zu allen angebotenen Diensten nach einmaliger Anmeldung. Der Austausch von selbst erstellten Arbeitsmaterialien im Sinne von „Open Educational Resources“ (OER) sowie eine umfangreiche Mediathek mit Filmen, Texten und interaktiven Lernmaterialien, die lizenzsicher genutzt werden können, sind ebenfalls Bestandteil des Schulcampus RLP. Die Möglichkeit, gemeinsam an Texten und anderen Dokumenten zu arbeiten, wurde bei den Befragungen wiederholt eingefordert und bereits in der ersten Version des Schulcampus RLP produktiv geschaltet.

Eine geeignete und vielfältige Unterstützungs-Infrastruktur bereitzustellen, zum Beispiel Fortbildungsangebote und Ansprechpersonen für weitergehende Fragen, wurde bereits bei der Entwicklung mitgedacht.

Auch nach dem Start des Angebots an Pilotschulen konnten Lehrkräfte (insbesondere die zuständigen Schulcampusbetreuerinnen und -betreuer an den Schulen) sowie Schülerinnen und Schüler Rückmeldung geben, Kritik äußern und Vorschläge für die Weiterentwicklung machen. Viele der Anregungen, beispielsweise zur Benutzerfreundlichkeit, wurden mittlerweile bereits in das System eingearbeitet. Auf dieser Grundlage wurden auch zusätzliche Hilfen zur Benutzung des Schulcampus RLP im so genannten Info-Portal bereitgestellt, das ebenfalls weiterentwickelt wurde.