BASF und Bildungsministerium schließen Digitalisierungsprojekt in der dualen Ausbildung erfolgreich ab

Ob Lern-Apps, E-Books, Lernvideos, Simulationen und Animationen oder Prüfungsfragen als Quiz: Die Facetten des digitalen Lernens sind vielfältig und aus der dualen Ausbildung bei der BASF SE nicht mehr wegzudenken.

 

Die Basis für gemeinsame, digitale Lernmodule und -methoden ist das Projekt „DidA – Digitalisierung in der dualen Ausbildung“, das 2018 von der BASF SE, dem Ministerium für Bildung in Rheinland-Pfalz und den vier berufsbildenden Schulen in Ludwigshafen gestartet wurde. Es ist inzwischen abgeschlossen, die Zusammenarbeit geht aber weiter.

„Unser gemeinsames Projekt ist ein wichtiger Baustein, um unsere Auszubildenden auf die Arbeitswelt von morgen vorzubereiten. Wir arbeiten an der Transformation hin zu einer nachhaltigeren und digitalen Zukunft – und dafür brauchen wir hochqualifizierte Mitarbeitende“, sagt Dr. Melanie Maas-Brunner, Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektorin der BASF SE. „Die vergangenen vier Jahre haben uns eindrucksvoll gezeigt: Unser Weg ist erfolgreich. Gemeinsam mit den berufsbildenden Schulen werden wir deshalb auch nach Ende des Projektzeitraums die Digitalisierung in der dualen Ausbildung weiterausbauen.“

Gemeinsam mit Dr. Stefanie Hubig, Ministerin für Bildung des Landes Rheinland-Pfalz, informierte Maas-Brunner sich heute in den Räumlichkeiten der BASF-Ausbildung am Standort Ludwigshafen, über die Erfolge des Projekts.

„Wir wollen Kinder und Jugendliche für MINT-Themen begeistern, Interesse wecken und Begabungen fördern – auch mit dem Ziel, dass sich noch mehr Schülerinnen und Schüler für eine Berufsausbildung oder ein Studium in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft oder Technik entscheiden. Genau dafür sind Projekte wie DidA so wichtig“, sagte Bildungsministerin Hubig. „Ein wesentliches Ziel dieses Projekts ist es, die Kooperation zwischen Ausbildungsunternehmen und den berufsbildenden Schulen zu stärken und Lernorte digital zu vernetzen. Mich beeindruckt sehr, dass bereits 1.600 Schülerinnen und Schüler sowie 250 Lehr- und Ausbildungskräfte mitgemacht haben. DidA hat damit Vorbildcharakter und hat sich insbesondere während der Corona-Pandemie als echter Glücksfall erwiesen. Die Erfahrungen der vergangenen vier Jahre bestätigen uns darin, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen.“

Seit Projektstart hat sich auch die Art des Lernens der Auszubildenden bei BASF nachweislich verändert. „Eine digitale Lernplattform, die wir gemeinsam mit Lerninhalten gefüllt haben und deren vielseitigen Möglichkeiten wir gemeinsam nutzen, ermöglicht den Jugendlichen ein vernetztes, flexibles und individuelles Lernen. Um die duale Ausbildung zukunftsorientiert aufzustellen, ist es für uns unabdingbar, neue Wege bei der Wissensvermittlung zu gehen. Die digitalen Tools, die neuen Lernmodule und -methoden, sind erfolgreich. Das war vor allem in den Monaten zu sehen, in denen unsere Auszubildenden ausschließlich zu Hause gelernt haben“, sagt Dr. Markus Hermann, Leiter Aus- und Weiterbildung BASF SE. „Den Erfolg unseres Engagements bestätigen uns auch unsere Auszubildenden selbst, wie uns die wissenschaftliche Evaluation der Universität Mannheim zeigt.“

Wissenschaftliche Evaluation des DidA-Projekts durch die Universität Mannheim

2021 befragte Professorin Dr. Carmela Aprea, Inhaberin des Lehrstuhls für Wirtschaftspädagogik – Design und Evaluation instruktionaler Systeme an der Universität Mannheim, mit ihrem Team rund 900 Auszubildende aus allen Ausbildungsjahrgängen zu ihren Erfahrungen und Erwartungen des DidA-Projekts. Das Ergebnis: Die digitale Lernplattform, die neuen Lernmodule und -methoden werden von den Auszubildenden mehrheitlich als unterstützend wahrgenommen. Rund 80 Prozent der Befragten wünschen sich, dass die vernetzte Ausbildung und das selbstorganisierte Lernen mit der Lernplattform beibehalten wird. Vor allem die Möglichkeit das Lerntempo und den Lernumfang besser und individueller an die eigenen Bedürfnisse anzupassen, bewerten sie als überaus positiv. Ebenso befanden die Jugendlichen, dass die digitale Lernplattform sie unterstütze, besser zu verstehen, wie der Lernstoff aus der Berufsschule mit der Arbeit im Betrieb zusammenhängt.

Mit der Lernplattform sind der Austausch und die Kommunikation zwischen Auszubildenden, Ausbildern und Berufschullehrkräften einfacher und schneller geworden. Beispielsweise werden Informationen über betriebliche Lerninhalte in der Lernplattform hinterlegt. So wissen die Lehrkräfte jederzeit, welche Kenntnisse im Betrieb vermittelt wurden und können dies in ihrem Unterricht aufgreifen. Die Auszubildenden wiederum können sich über ihr Tablet auf der Plattform einloggen und auch von zu Hause auf Informationen aus Betrieb und Schule zugreifen.

Die Stärkung der Lernortkooperation zwischen Ausbildungsbetrieb und den berufsbildenden Schulen zeigt sich auch in der gemeinsamen Qualifizierung von Lehrkräften und Ausbildern. So wurden neue, speziell angepasste Schulungen und Fortbildungskonzepte für die Lehrkräfte und Ausbilder geschaffen sowie pädagogische Konzepte für digitale Medien in Schule und Betrieb entwickelt.

Neue Ideen haben Ausbilder und Lehrkräfte bereits: Nach dem Onlinekurs „Einführen ins Arbeiten mit der Ständerbohrmaschine“ für Anlagenmechaniker sind weitere Onlinekurse in Vorbereitung. Und bei den Chemikanten ist geplant, den digitalen Zwilling einer Ausbildungsanlage auf der Lernplattform abzubilden. Somit können sowohl die Ausbilder bei BASF als auch die Lehrer in den berufsbildenden Schulen am gleichen Lernobjekt unterrichten. Das fördert die Lernortkooperation, die Verzahnung von Theorie und Praxisbeispiel und stärkt das Verständnis für Chemieanlagen und -prozesse.

Gemeinsam die Digitalisierung in der dualen Ausbildung stärken

Im August 2018 hatten das Bildungsministerium des Landes Rheinland-Pfalz und die BASF SE eine Kooperationsvereinbarung zur Stärkung der MINT-Bildung (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) unterzeichnet. Ein Schwerpunkt der Vereinbarung war, die Digitalisierung in der beruflichen Bildung und in der dualen Ausbildung voranzutreiben. Bei „DidA – Digitalisierung in der dualen Ausbildung“ arbeiten neben dem Ministerium für Bildung, die Ausbildung der BASF SE und die berufsbildenden Schulen in Ludwigshafen auch die Stadt Ludwigshafen und das Pädagogische Landesinstitut zusammen, um den Veränderungen der Arbeitswelt im Kontext von Industrie 4.0 sichtbar Rechnung zu tragen und die Lernortkooperation zu stärken.

Weitere Informationen zur Kooperationsvereinbarung und zum DidA-Projekt gibt es hier